Archiv für Juni 2005

Sauforgien

Jeder kennt sie, viele lieben sie – ich nicht. Ich mag Parties, ich feier gerne. Ich trinke Alkohol, aber nicht in dem Maße in dem es andere tun. Ja ich weiß, ich bin der „ober Spießer“.

Die meisten die ich kenne trinken nicht mehr aus Genuss, sondern um schlichtweg besoffen zu werden; wenn sie meinen sie müssen, wenn sie das wollen ok, ich akzeptiere das natürlich. Viele wissen, bzw. ein Großteil weiß das ich nicht sonderlich viel trinke, warum werde ich dann trotzdem immer wieder gefragt ob ich nicht noch ein Bier möchte?

Inakzeptanz der eigenen Einstellung durch andere; das ist furchtbar anstrengend. Ich akzeptiere die Besoffenen, dann sollen die Besoffenen mich als Nüchternen akzeptieren.

So schwer? Ich möchte einfach nicht zu den Besoffenen Teenies gehören die planlos in der Straße umherwandeln und sich die Seele aus dem Leib kotzen. Sich etwas Spaß antrinken ist ja total legitim, aber sich so derbe zu dröhnen das man nichts mehr mitbekommt find ich persönlich nicht so toll.

Gemütlich am Tisch sitzen, Wein oder Bier trinken und reden das noch mit guter Musik untermalt, das mag ich.

Firmung

Ich gehe zum Firmunterricht, obwohl ich eigentlich Atheist bin, oder doch nicht? Selbst bei meinem Glauben bin ich mir unsicher. Ich finde jedoch, das die Konfessionsfrage ruhig offen bleiben kann. In meinem Taufbuch steht, das ich römisch-katholisch bin; das heißt aber noch lange nicht, das ich daran auch glaube!

Die Kirche, das Bauwerk, ist für mich das größte Symbol für Konservatismus. Wenn Kirche interessant wäre, veränderlich, modern, dann würde ich jeden Sonntag dort sitzen. Ich würde dort sitzen, wenn die Kirche, insbesondere die katholiche, nicht so viel Mist verbreiten würde.

Leider ist der Glaube eine riesen Agitation(sversuch), Pappa Razzi und seine Jünger, die Borg und ihre Assimilisierung. Kirche ist alles andere als progressiv! Sie „verbieten“ Kondome, bieten Heilung vor Homosexualität usw. Da wundern die sich das alle ihre agitierten Schäfchen abhauen?

Progressive, moderner Glaube ohne irgendwelche festen Traditionen und Opfermythen – so stell ich mir das vor. Dies ist der Grund warum ich zu unserer Firmgruppe gehe. Uns wird kein konservativer Glaube vermittelt, eine große Ausnahme, die es nur bei uns in der Mitglieder begrenzten Firmgruppe gibt. Der Gedanke vom progressiven Glaube wird wohl auf ewig unerfüllt bleiben. Kann Glaube überhaupt modern sein? Ein Glaube ohne Bibel,Thora oder Koran? Ein schwebender Glaube ohne fundamentale Stützpfeiler, ohne Grundlagen auf die man sich immer bezieht? Es könnte es geben, aber es wird niemals in dieser Art existieren.

Ich erhalte bald das letzte Sakrament und dann trete ich aus. Die Sakramente sind für mich eine Trophäensammlung, kein Glaubensbekenntnis. Ich mache mit um es nachher hassen zu können, klingt villeicht etwas meschigge.

Selbst wenn die Kirche so wäre wie ich sie mir wünsche, ich wüßte nicht ob ich villeicht doch lieber zu Hause bleiben würde. Denn es einem immer Fabeln und Märchen aufgetischt.

Diese einzigartigen, wertvollen Tage im Leben eines Jugendlichen

Jeder kennt diese einen Tage an denen man einfach wunschlos glücklich und total euphorisch ist.
Ich bin froh das es die kurzen glücklichen Phasen gibt. Sie zeigen einem dass das Leben doch eigentlich ziemlich toll ist, abgesehen vom Land in dem wir Leben.

Diese Tage motivieren mich, diese Tage sind meine Energie. Sie kommen ganz selten vor aber ihre Auswirkungen spürt man lange. Wenn man schon fast vergessen hat wie es sich anfühlt

gut gelaunt

zu sein. Leider kann man diesen Zustand nicht erzwingen bzw. schon, mit Drogen. Um sich glücklich zu fühlen bedarf man nur ein paar Dinge.

  • Freunde
  • am besten gutes Wetter
  • gutes Essen (bei mir war es ein sehr leckerer Döner inkl. türkischem Tee)
  • Das begünstigt den Weg zur Euphorie, zumindest bei mir. Jeder muss das für sich selber entdecken. Ich strotze vor Selbstvertrauen und Ausstrahlung, wenn ich jeden Tag so wäre, wäre das Leben wesentlich schöner.

    Aber wie alles wird der heutige Tag zuende gehen, wie jeder Tag. Jeder Tag ist aber nicht jeder Tag, das sollte man öfters reflektieren.

    Ich bin glücklich, zufrieden und satt. Meine Schreiblust ist nahezu unermesslich und ich glaube das dies hier nicht der letzte Beitrag für heute sein wird.

    Ich habe ganz vergessen einen weiteren „Euphorie-begünstigungs-Punkt“ zu nennen.

    Musik

    Ich genieße jetz den Rest des Tages und schreibe noch etwas.

    Passend zum Tag.

    Freundin oder Freundin?

    Das kennt jeder, man verliebt sich in eine gute Freundin aus dem Freundeskreis.

    Voller zuversicht versucht man sein Glück bein der Angebeteten und fällt dann so gut wie immer auf die Nase.

    Da sie eine gute Freundin ist (war?) hat man natürlich eine recht enge Beziehung. Da wird dann jedes anlächeln, jede Umarmung direkt als Liebesbeweis gedeutet, obwohl es einfach freundschaftlich gemeint ist.

    Ich lasse in Zukunft von solchen Dingen die Finger, außer sie (er? …) kommt auf mich zu.

    Freunde sind ab jetzt absolutes Sperrgebiet für die Liebe; eigentlich Schade, die hat man doch besonders gern.

    Wenn ich es von der positiven Seite betrachte, was ich aber nicht tue, bin ich wieder um eine Erfahrung reicher:

    Finger weg von den Freunden!

    Ich rate jedem das zu befolgen wenn da keine tatsächlichen Chancen vorhanden sind, alles andere bringt nur unangenehme Folgen mit sich.

    Bevor man seine Liebe geäußert hat war alles super, man durfte Kuscheln, umarmen und anlächeln.

    Jetzt darf man sich zur Begrüßung ab und zu umarmen, alles andere geht zu weit, da ich mich ja geoutet habe.

    Es wird dann alles sehr distanziert, nach dem Motto:

    Geh bitte weg, es wird nichts mit uns.

    Das ist sehr schade und setzt dem Kummer noch einen drauf.
    Liebe vergeht, so schnell wie die Zeit, besonders in meinem (unserem) Alter.

    Aber das vergessen fällt jedes Jahr schwerer, umso älter man wird umso länger brauch man um soetwas zu verarbeiten.

    Hypochonder?

    Schmerzen an bzw. in bestimmten männlichen Körperteilen können einem Angst bereiten. In unserem Alter geht man nicht einfach zum Urologen und lässt das abklären, dafür ist die Scham viel zu groß.

    Ich bin ziemlich ängstlich, ich bin eine Art Hipochonder. Zum Arzt renn ich trotzdem nicht jedes Mal. Nach einer Zeit ist ein Arzt ziemlich genervt, er kennt ja seine speziellen Patienten.

    Wenn es nicht wirklich akkut ist, wart ich lieber was ab. Ich bin aber trotzdem lieber zu vorsichtig als zu nachsichtig. Das schlimmste was man machen kann, ist sich Symptomatiken von Krankheitsbildern durchzulesen, damit macht man sich nur total verrückt.

    Wenn sowas dann zu einer Phobie ausartet, dann sollte man sich helfen lassen. Ich hab eine wohl sehr ausgeprägte HIV-Phobie, da kann man kein normales Sexualleben (das ich noch nicht wirklich habe) mit haben.

    Ständig Angst sich zu infizieren obwohl man dem Partner eigentlich glaubt.
    Hipochondrie, eine Phobie vor Geschlechtskrankheiten bzw. allgemein vor Krankheiten kann eine Beziehung ziemlich erschweren.

    Ich sehe in dieser Angst aber auch wieder einen Vorteil, ich werde nicht vergessen ein Kondom zu benutzen. Ich werde auch nicht im betrunkenen Zustand mit irgendwelche Damen auf die Toilette verschwinden.

    Vernunft gleich Angst? Mut zu Unvernunft?

    Ich habe mich jetzt für einen Mittelweg entschieden, ich habe eine Phobie vor HIV aber ich lerne mit ihr umzugehen und Risiken abzuwägen, in dem Falle ist die Phobie sogar noch in gewisser Hinsicht nützlich.

    Ich habe Spaß mit der nötigen Sicherheit (nein, ich bin noch Jungfrau), Safer Sex.