Schwul oder nicht schwul?

Alles begann im schönen Holland, dort fiel es mir das erste Mal auf, ich hab Männer angesehen und gedacht

Der sieht süß aus

Ich glaub noch nie in meinem Leben war ich so geschockt. Das platzte einfach so aus mir raus, bis zu diesem Tag war ich mehr oder minder homophob. In der Zwischenzeit (ca. 2 Jahre) hat sich jetzt einiges getan. Iich bin jetzt nicht mehr homophob, im Gegenteil, ich habe mehrere schwule Bekannte.

Hetero bin ich aber anscheinend immer noch. Anscheinend? Es sind jetzt schon zwei Jahre vergangen und ich weiß immer noch nicht „was“ ich bin.

Das zerrt gewaltigst an den Nerven. Ich denke ich würde es soweit verkraften. Ich sag mir selber schwul sein ist nicht schlimm, aber trotzdem habe ich Angst davor.

Ich hatte sogesehen noch nie eine Freundin, oder einen Freund, das macht die „Bewertung“ noch um einiges schwerer.

Ich denke Stunden, Tage darüber nach und komme eigentlich zum selben Ergebnis, ich bin nicht schwul.

Das verhindern schon spezielle sexuelle Vorlieben und andere Dinge die mir an Männern fehlen (Nein,keine äußerlich sichtbaren Organe).

Letztens sah ich ein Foto von einem Bekannten das mich irgendwie nicht mehr los gelassen hat. Das fand ich auch ziemlich süß, dieses Foto. Schwul?

Ich denk mir das was ich will, das ich denke das der oder der gut oder süß aussieht macht mir inzwischen nichts mehr aus.

Aber da wars irgendwie anders, habe ich villeicht noch nicht den richtigen gesehen? Villeicht bin ich schwul und habe nur noch nicht jemanden gefunden in den ich mich verlieben kann.

Ich kann es hin und her drehen, immer die selben Fragen, aber es kommen auch jede Menge neue dabei.

Schwul sein ist nicht schlimm, aber Angst habe ich paradoxer weiße doch, undzwar eine Menge.

Von diesem Beitrag wird es künftig eine Fortsetzung geben.


7 Antworten auf „Schwul oder nicht schwul?“


  1. 1 dan 28. August 2005 um 16:29 Uhr

    mmm… ich zerbreche mir gerad den Kopf über dein wunderbares essay….mir geht es genauso wie dir. Ich habe auch Angst. Das alles macht mein derzeitiges Leben sehr kompliziert und manchmal unerträglich. Ich weiß nicht wer ich bin und mal sein will? manchmal hasse ich mich für meine Melancholie, die mich deswegen verfolgt und ich hasse alle anderen freunde für das sie es scheinbar so einfach haben. Ich habe bis jetzt noch nie über dieses Thema mit jemandem geredet. weißt du, mittlerweile bin ich so durcheinander, dass viele andere Lebensbereiche darunter leiden. Ich bin schon längst bereit für eine Beziehung….schwul oder nicht? alles was mir übrig bleibt ist mich selbst weiter kennenzulernen und zu lernen mich selbst für das was ich bin zu akzeptieren. unbeantwortetete Fragen. eine ungewisse Zukunft. ein schwerer Weg….ich möchte endlich leben
    das darf nicht für ewig so weitergehen, denn das würd ich nicht verkraften….

  2. 2 Administrator 28. August 2005 um 23:06 Uhr

    Das einzige was wirklich hilft, ist, ausprobieren; aber nur so lange, so lange du es wirklich willst. Ich habe jetzt eine Freundin und bin sehr glücklich, ich kann zu 99,9% sagen das ich heterosexuell bin. Diesen Hass auf die Freunde, das ist neid, neid auf die Einfachheit, wie du es geschrieben hast. Lass dich davon aber nicht beeinflussen, du bist das was du bist. Schwul oder hetero, bunt oder schwarz/weiß.Ich weiß nicht wie alt du bist, aber wenn du weißt das du alt genug bist, dann lebe endlich! Wenn du weißt was du möchtest, tu es! Lebe nicht in deinem Schatten und habe Angst, ein Angsterfülltes Leben ist grausam, das weißt du ja.

    Geh aus dir heraus und lebe!

  3. 3 Josef 14. September 2005 um 16:46 Uhr

    Vielleicht wirst du dir in deinem weiteren Leben noch oft diese Fragen stellen. Letztlich zählt, dass du erstens einmal Erfahrungen machst und die Erotik und deine Gefühle mit einem Partner/Partnerin spüren kannst, und du den Mut hast „auszuprobieren“. Du wirst dann bald wissen, in welcher Beziehung du dich wohler fühlst. Schwierig ist, einen „passenden“ Partner zu finden, aber das bezieht sich wohl auf jedes Geschlecht, es kommt halt darauf an, was du nach Außen signalisierst. Ich habe die besten Erfahrungen gemacht, als ich nicht „gesucht“ habe, da habe ich das unerwartete erlebt. Mittlerweile lebe ich in einer Homo-Beziehung, obwohl ich gedanklich eigentlich etwas anderes wollte! So spielt das Leben, .. probier es aus!

  4. 4 Crusade 04. Oktober 2006 um 17:18 Uhr

    Mir geht es ähnlich. Mich haben meine Freunde 5 Jahre aufgezogen, daß ich eine Schwuchtel, Schwul sei. Ich war diese 5 Jahre immer voll auf Droge und habe mir somit das Gelabber voll reingezogen. Anfangs konnte ich mich noch zur wehr setzen, aber später kam ich gegen 5 Mann nicht mehr an. Alles was ich sagte wurde mit „Schwul“ verspottet. Ich fing an irgendwann gar nichts mehr zu sagen. Ich grübbelte Jahre lang was ich nun bin. Das tue ich heute noch. Seit Jahren komme ich nicht zur Ruhe. Ich fühle mich immer, als wenn ich vor der goßen Prüfung stände. Es gab Zeiten und die gibt es immer noch, daß es für mich kein anderes Thema gibt. Durch das ganze Grübeln, weiß ich nicht mehr was schwarz und weiß ist. Mag ich einen Mann ziehe ich mich sofort zurück, aus Angst schwul zu sein. Finde ich einen Gesichtsausdruck eines Mannes niedlich und Herzerwärmend, gerate ich regelrecht in Panik. Ich kann zu keinem Mann mehr hochsehen, aus Angst schwul zu sein. Es haben sich mittlerweile meine Ängste psychosomatisch manifistiert. Wenn ich Kontakt zu Männern habe, bin ich extrem aufgewühlt, wenn ich ihnen in die Augen schaue, bleibe ich mit nem Panikgefühl an seinen kleben. Wenn er dann wegguckt, habe ich Angst, daß er wegschaut, weil ich ihn schwul anschauen könnte. Diese Angst ist so groß, daß ich Männern nicht mehr in die Augen schauen kann, und wenn ich das tue halte ich es kaum aus. Meine Stimme ist dann am zittern, ich bekomme Schweiß auf der Stirn. Ich habe kaum noch Freunde, da ich zwischenmenschliche Gefühle nicht mehr zulassen kann, weil ich Angst davor habe. Denke ich das ein Freund gut aussieht, fängt mein Kreislauf an zu kippen.
    Ich kann nicht mal sagen, ob mich Männer erregen. Ich empfinde deren Berührungen als angenehm. Achte aber so sehr darauf wie ich sie empfinde, daß sie sehr verstärkt von mir wahrgenommen werden. USW.

    Mitlerweile bekomme ich mein Leben nicht mehr in den Griff. Ich lebe völlig zurückgezogen, und bekomme nichts mehr gebacken. Der Gang zum Supermarkt ist die Hölle, weil ich ja Männer sehen könnte, die gut aussehen und ich nicht weiß was es dann bedeutet…..

    Wenn ich eine Freundin hatte, bezweifelte ich jedes Gefühl. Ist es das was ich normalerweise Fühlen müßte ? ich habe keine Lust auf sie, schwul ? ich kann mit ihr nicht so gut reden und nicht mal zuhören, weil ich mich so extrem kontrolliere. Mittlerweile meide ich Beziehungen.Schwul ?

    Ich weiß gar nicht, wie ich je wieder klar kommen soll…..
    Ich erwarte keine Hilfe von euch, aber vielleicht könnt ihr mir ja eure zwischenmenschlichen Gefühle zum gleichen Geschlecht schildern oder einfach eure Erfahrungen niederschreiben.

    Danke

  5. 5 kartoffelbrei 20. November 2006 um 12:01 Uhr

    so…
    bei mir ists ähnlich aber die phase mit mich selbst betrügen hab ich seit ungef. nem halben jahr hinter mir…

    Ich hab glaub ich for 2 jahren das war als ich 13 war das erste mal bemerkt dass mich jungs erregen können damals hat ich noch ein riesigen gewissenskonflickt (warum ich,dass kann doch gar nicht sein,ich schämte mich dafür etc..) mitlerweile hab ich akzeptiert dass ich auch auf jungs stehe abaer nicht dass ich schwul bin denn mädchen machen mich immernoch an aber nicht so doll wie jungs und ich habe angst dass das noch weiter abnimmt

    in meinem freundeskreis sin nur heteros und ich bin einer der ober heteros vom verhalten usw…. da hat sich bei mir ja auch nichts geändert ich bin n ganz „normaler“ punkiger alternativer mit vor kurzem noch n Irokesenschnitt also wer kommt denn bitte auch nur im entferntesten dass ich schwul oder bi bin?

    jo dieser gegensatz von meiner sexualität zu meinem verhalten lässt mich so angst haben mich zu „outen“… ich brauch irgendwie kontackt zu leuten die unsicher sind genau so wie ich rund um köln für meine eigene selbstbestätigung ich fühl mich irgendwo ganz allein…

    helft mir!!!

  6. 6 Anonym 26. August 2007 um 15:32 Uhr

    Hallo,
    bei mir ist es irgend wie genauso und dann doch wieder ganz anderes ich bin seit einem Jahr mit einem Mann zusammen und ich liebe ihn auch aber ich habe immer noch Angst das es jemand mitbekommen könnte ich werde sofort panisch wenn wir einem meiner Freund zufällig treffen bei dem gedanken das es jemand mitbekommen könnte stehlt sich der blanke horror in mir auf ich weiß nicht ob ich schwul bin ich hab ein sehr großes problem mit Sex aber dieses Problem hatte ich auch bei früeren beziehungen mit Frauen ich weiß einfach nicht was ich machen soll ich habe wirklich gefühle für meinen Freund aber Angst Angst meine Freunde zu verlieren und das werde ich mit sicherheit da sie schwule hassen ich weiß nicht was ich machen soll hoffe ihr habt da mehr glück bye

  1. 1 Ein Leben in der Normalisierungsgesellschaft // Lysis Pingback am 30. Oktober 2006 um 0:11 Uhr
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