Selbstherbeigeführte Niedergeschlagenheit

Ich hatte es mir feste versprochen, nie wieder in jemanden aus dem Internet verlieben. Ich kenne das Klischeedenken, das verpöhnte Internet als Partnerbörse. Im Internet laufen nur Pädophile, Perverse und andere die aus dem Fähreboot Charons geflüchtet sind, herum. Freundschaften über das Internet sind für viele, nichts wirkliches, eine einfache Bekanntschaft. Wenn man sagt, das man Freunde im Internet hat, wird man meistens nur belächelt.

Das ist jedoch noch harmlos, was ist wenn man sich in jemanden verliebt? Nein, das passiert überhaupt nicht weil man sich über das Internet nicht verlieben kann. Das sagen die, denen es noch nie passiert ist. Mir ist es passiert, ich bin verliebt.

Ich kenne sie seit 9 Monaten, ich habe sie vor kurzem besucht und man sollte es als wirkliche Fernbeziehung beschreiben. Über 500km die einen trennen sind hart. Gestern bin ich zurückgekommen, erst als ich weg war, ist mir klar geworden das ich wieder alleine im Bett liegen werde, das ich sie nicht mehr umarmen kann, das ich sie nicht mehr küssen kann wenn wir aufwachen.

Ich bin zu Hause, alles wie beim alten, ein Foto von uns liegt vor mir und die Gespräche mit ihr per Webcam trösten mich etwas über die Trauer der „Trennung“ hinweg.

Es waren 3 Tage, die bis jetzt glaube ich schönsten in meinem Leben.

[Datum falsch]